Da ich seit Beginn des Jahres viel mehr frei verfügbare Zeit habe, kann ich mir auch ein Buch mit 782 Seiten gönnen, bei dem mich schon der Titel angesprochen hat: Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität – von Markus Metz und Georg Seeßlen.
Es beginnt so:
`Das Denken gehört zu den größten Vergnügungen der menschlichen Rasse’, sagt der Galileo Galilei bei Brecht. Mag sein. Aber wie bei allen Vergnügungen gilt es hier drei Dinge zu beachten: Ersten muß man es sich leisten können. Zweitens sind andere Vergnügungen schneller, bequemer und ungefährlicher zu haben. Und Drittens gibt es immer jemand, der etwas dagegen hat. Denn Denken hat, auch wenn man es nicht immer gleich bemerkt, im Gegensatz, sagen wir, zum Verspeisen einer Sacher-Torte, die Tendenz, nicht vollständig berechenbare Folgen zu haben.
Ergänzendes findet sich hier.
Noch etwas: Das Buch ist in Rechtschreibung geschrieben! Ein Segen.
Neulich hier im lokalen Fernsehen:
Wegen des Sturms wurde nicht etwa eine Rheinbrücke gesperrt, nein der Uniformierte sagte, es sei eine Querungshilfe gesperrt worden.
Gesperrt vermutlich für Verbrennungsmotor getriebene Bewegungshilfen. Züge sind wohl Schienengebundene Bewegungshilfen? Sollen es demnächst Aufnehmhilfen statt Gabeln sein? Speisengeeignete Trennungshilfen statt Messer?
Was soll diese Blähsprache, die sich nur wichtig macht?
In einem Fall hätte ich allerdings Verständnis: Wenn von DVG- (oder DB)-Pünktlichkeit statt Unpünktlichkeit gesprochen würde.
Nein, eine Datenkrake werde ich hier wohl nicht. Das Gegenteil ist der Fall! Denn ich habe yacy installiert und löse mich damit erneut ein Stück aus der Fremdbestimmung der Datenkraken. Auf der homepage von yacy findet sich:
Freie Suchmaschinensoftware
YaCy ist eine Suchmaschinensoftware die sich jeder installieren kann um damit ein Suchportal zu errichten, das Intranet zu indexieren oder andere Daten mit einer Suchfunktion zu erweitern. YaCy kann als Einzelinstallation betrieben werden aber die besondere Fähigkeit der Software ist die Vernetzung in einem Peer-to-Peer Suchmaschinennetz. Ein solches Suchmaschinennetz skaliert mit der Anzahl der Nutzer, ist vollständig dezentral (alle Peers sind gleichberechtigt und es gibt keine zentrale Verwaltungsinstanz) und ist damit nicht zensierbar und speichert auch kein Nutzerverhalten an zentraler Stelle. Das Erreichen von Informationsfreiheit durch freie, dezentrale Suchsoftware ist auch ein Projektziel.
Den Installationsbefehl hatte ich schon erteilt?
Zwei Texte könnten einen aufschrecken:
ANDROID 4.0 -Google verlangt Standardoberfläche auf allen Geräten ist die Überschrift eines Artikels auf www.golem.de, in dem es heißt:
“Alle Geräte mit Android 4.0 müssen künftig Googles Standardoberfläche namens Holo verwenden. Ansonsten dürfen Gerätehersteller nicht die Android-Market-Anwendung installieren.”
Und dabei gilt Android doch als Freie Software.
Deutlicher noch Jonathan Zittrainin der Techology Review:
“Der Tod des PC ist ein schlimmerer Verlust, als wir in unserer neuen mobilen Netzwelt ahnen, behauptet der Netztheoretiker Jonathan Zittrain. Gegen die faktische Zensur durch das App-Konzept erscheint die Geschäftspolitik von Microsoft in den neunziger Jahren heute geradezu harmlos…
Angesichts der wachsenden Zahl von mobilen, leichten, Cloud-basierten Computern muss man feststellen: Der PC ist tot. Doch dieser Wandel ist mehr als nur der Sieg einer anderen Form von Rechnern. Vielmehr erleben wir derzeit eine beispiellose Machtverschiebung: weg von Nutzern und Software-Entwicklern, hin zu Herstellern von Betriebssystemen. Selbst diejenigen, die am PC festhalten, bleiben davon nicht unberührt. Daran ist wenig Positives – die negativen Konsequenzen überwiegen.”
Das hat auch hier hier Konsequenzen: Auf meinem PC läuft noch freie Software, auf meinem Tablett-PC ein vom Hersteller beschränktes Linux, immerhin kann ich mit Plasma-Active eine freie, im Entstehen begriffene Alternative nutzen, was mache ich aber, wenn ich ein neues Smart-Phone brauche? Ein wirklich freies Handy gibt es gegenwärtig nicht.
Eine Studie zur Qualität der Openstreetmap-Daten hat ergeben, daß die Anzahl der Daten durchaus kommerziellen Anbietern überlegen ist, zumindestens hier in Deutschland. Allerdings schwankt die Qualtät der Daten. Während der Detailreichtum gegenüber den kommerziellen Anbietern deutlich höher ist, besteht ein Rückstand bei den Daten, die für das Routing benötigt werden, insbesondere in ländlichen Gebieten.
Was ist zu tun? Da, wo möglich, bei Fahrten die Daten vergleichen und ggf. ergänzen.
Hier bin ich übrigens nicht mehr allein. So ist z.B. die Quatschmarke schon eingetragen. Es wurden aber auch viele Hausnummern ergänzt. Ich muß also auch mal wieder ran.
13. November 2011 – 13:54
An diesem Wochenende wurde die Quatschmarke nun eröffnet, nachdem sie mehr als 20 Monate den Bürgern den Zugang zur Heinrich-Hildebrand-Höhe versperrt hat.
Die Bezeichnung “Tiger and Turtle” (Der Kaiser ist nackt!) verwenden nur die vorgeblich gebildeten Stände, die sich die Vergeudung von mehr als 2 Millionen vorenthaltener Steuer leisten können.
Der Volksmund spricht von einer “begehbaren Achterbahn” und zeigt damit, das Ding ist so nützlich wie eine trinkbare Currywurst.
12. November 2011 – 19:08
Über shared-spacesin Duisburg hatte ich schon berichtet. Das Stadttheater ist durch die Gestaltung des Vorplatzes nach diesem Konzept wieder an das Zentrum heran geholt worden.
Die Gestaltung des Vorplatzes des Bahnhofs in Großenbaum, schien auf einem guten Weg, aber dann hat sich die Mutlosigkeit durchgesezt. Auch weil DVG behauptete, ohne Kreisverkehr könne sie da nicht pünktlich sein. Gemeint war wohl, auch da nicht.
Alles gut gemacht wird das aber durch den innovativen Weg, den man hier jetzt eingeschlagen hat:

Achtung Kinder

Zum Konzept gehört bekanntlich, daß alle Schilder entfernt werden. hier spart man sich den plötzlichen Schock und die Unfallgefahr, die die plötzliche Veränderung auslöst. Innovativ! Genial! Es hat etwas von der berühmten Cheshire Cat.
In der Folge werden die Bürger eine so starke Liebe zu ihrem Stadteil entwickeln, daß man das Verfahren auch auf die Straßenschilder ausdehnen kann:



hier!
Perfekt umgesetzt hier:
Ich habe es gewagt: Parallel zum WeTab OS habe ich plasma-active auf open-suse-Basis installiert, so daß ich jetzt beim Booten das Betriebssystem auswählen kann. Von der SSD-Karte kann ich dann noch das Kubuntu-Derivat YaWOS booten. Gibt es ein weitere Betriebssysteme, wie z.B. mer, die freie Weiterentwicklung von Meego, boote ich sie zunächst vom USB-Stick und kann prüfen, ob die Installation lohnt.
Ins iGefängnis begebe ich mich nicht freiwillig. Warum finden so viele die Unfreiheit anziehend?
Auf dem blog von Volker Grassmuck http://www.vgrass.de/?p=1159 gefunden:
Lucie Guibault, Christina Angelopoulos (eds.), Open Content Licensing. From Theory to Practice
Knapp 300 Seiten zum Runterladen und Lesen.
Damit man nicht glaubt, hier gäbe es im ÖPNV was neues, stelle ich mal folgende Rechenaufgabe:
Wie muß die Zahlenreihe 7, 25, 28, 42 hier fortgesetzt werden? Die Antwort ist einfach:
47 ist selbstverständlich die Lösung, denn
- 25-7 =10
- 28-25 =10
- 42-28 =10
Nicht klar? Nach dem Fahrplan fährt die U79 alle 10 Minuten. Nach den sicherlich von der Bistromath hergeleiteten DVG/Rheinbahn Math müssen die Abstände der Fahrzeiten ja so sein. Vermutlich wird nur die Quersumme der Anzahl der Fahrgäste und nicht das Alter des Fahres mit verarbeitet.
Update:
Die Rechenaufgaben der letzten drei Tage in Düsseldorf an der Theodor-Heuss-Brücke:
- 11 – 8 = 10
- 7 – 5 = 10
- 9 – 8 = 10
Ich habe dann jeweils die nächste Bahn genommen, die war wenigstens leer.
update2:
Was sagt die folgende Zahlenfolge:
2 7 12?
Hat man den Fahrplan verdichtet? Sorgt die Kälte für Kontraktion der Zeit? Nein, 10 Minuten Abstand nach Fahrplan bleiben 10 Minuten, auch wenn mein schwacher Kopf es nicht erkennt.
Zunächst ersteinmal genug vom täglichen Wahnsinn.